This is my personal lifestream.
I'm a 1969er digital pioneer and realtimeweb immigrant, working in communications as digital strategist. Husband, father of four, riding icelandic horses, loving sauna.
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I don't talk to anybody about the future of journalism and newspapers until he or she has read this March 09 essay of Clay Shirky.
BTW: here is my August 10 talk about why to "fire your social media consultant" (mainly german) and here is my March 12 talk about the "privacy divide" (audiocast).
My content distributed on the web:
Für jede, die sich mit Denken, Philosophie, Ethik oder Politik beschäftigt, kommt irgendwann der Schritt aus einer (nenne ich mal so, erkläre ich gleich) pubertären Phase in eine erwachsene. Spannend ist zu sehen, dass sehr viele einzelne Menschen dabei den Schritt nachvollziehen, den auch die europäische Denktradition in der Moderne vollzogen hat: von einer totalitären, simplifizierenden, positivistischen Erklärungsweise der Welt hin zu einer, die anerkennt, dass es (subjektive) ethische Prämissen gibt.
Typisches Kennzeichen vormodernen und totalitären Denkens (nicht zu verwechseln bitte im ersten Schritt mit totalitärer Politik) ist dabei der so genannte "naturalistische Fehlschluss"*. Dies meint: Ich beobachte etwas, beschreibe dieses "Sein" - und schließe daraus (das ist der Fehlschluss), dass es (deshalb) auch so sein soll. Oder postuliere, dass etwas sein soll (also: gut ist), weil es ist.
Dieses Denken ist pubertär oder sogar vorpubertär, weil mit Abschluss der Pubertät in der Regel die Fähigkeit zu transzendentem Denken einsetzt, also die Fähigkeit, vom aktuellen "Sein" abzusehen, wenn es darum geht, gut und böse zu bestimmen. Erst die im Zuge der Pubertät in der Regel einsetzende Auflehnung gegen die Realität/das "Sein", philosophisch gesprochen, ermöglicht ja die Erkenntnis, dass dieses "Sein" in gewisser Weise kontingent ist, also vor allem geändert werden kann - oder zumindest, dass ein anderer Zustand des "Seins" gedacht werden kann.
Naturalistische Fehlschlüsse sind vor allem deshalb totalitär, weil sie Objektivität postulieren, wo es keine Objektivität gibt. Sie leugnen ethische Prämissen, indem sie ihre Sollens-Behauptungen aus der Beobachtung der vorhandenen Realität ableiten. Ein Denken, das aber dieses tut, nennt man - so ist es quasi definiert - totalitär.
Die moderne Spielart totalitären Denkens ist der Technikpositivismus, wie er bis heute teilweise in trivialwissenschaftlichen Zusammenhängen vorkommt (also bereits da, wo Menschen "Naturgesetz" sagen und annehmen, dass damit objektive, ewige Gesetzmäßigkeiten gemeint seien, obwohl es weitgehend unumstritten ist, dass das Wort "Naturgesetz" eigentlich falsch und irreführend ist). Alles, was geht, ist gut? Eigentlich eine Position, die wir in Europa seit den 1970er Jahren für überwunden hielten. Das hat zwar teilweise zu so konservativen bis reaktionären Philosophien wie der von Hans Jonas geführt, aber der reine Positivismus (und mit ihm glücklicherweise der Utilitarimus) war weitgehend tot unter denkenden Menschen auf diesem Kontinent.
Was mich erschreckt, ist, wie er sich nun unter Menschen, die ich für denkende Menschen hielt, wieder Bahn bricht. Und selbst wenn ich Christoph Lauer für nicht immer in dieser Kategorie richtig angesiedelt hielte, kommt es mir so vor, als ob es symptomatisch für die totalitäre, technikpositivistische und vor allem von naturalistischen Fehlschlüssen irregeleitete Piratenpartei steht, wenn er im Spiegelinterview von den Gesetzen des Internet faselt, die "wie Naturgesetze stehen". Und aus denen seine Partei viele Forderungen ableite.
Der eine oder die andere mag das für pubertäres Gequatsche halten, was es vielleicht sogar sein mag. Aber es offenbart eben eine totalitäre Haltung, die auch aus anderen Äußerungen atmet: Eine im Denken digital geprägte Gruppe von Menschen nimmt an, dass sich das, was sein soll, objektiv feststellen lässt. Weshalb es auch logisch ist, dass die Führungsleute es ernst meinen und nicht etwa lächerlich finden, wenn sie zu Fragen, zu denen das digitale Denksystem (also das in Nullen und Einsen sortierte Denken) noch keine letztgültige Position hochgespült hat, nichts sagen können. Wo es nur richtig und falsch gibt, kann es zwar individuelle Meinungen geben, aber die Partei kann nur die objektiv richtige Position vertreten.
Das aber ist zutiefst totalitär. Und naiv. Und - das meine ich so, wie ich es sage, auch wenn ich intelligente und denkende Piratinnen kenne - gefährlich.
Es ist noch nie möglich gewesen, aus dem, was ist, abzuleiten, was sein soll. Außer du bist die katholische Kirche. Oder Lukatschenko. Oder die Piratenpartei.
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* Ob der Sein-Sollen-Fehlschluss als naturalistischer Fehlschluss oder als Humes Gesetz bezeichnet werden soll, ist umstritten, ebenso, ob das zwei verschiedene Dinge sind. In der Denktradition liberaler evangelischer Theologie, in der ich groß geworden bin (Stichworte: Rawls, Niebuhr, Tillich) wird dieser Begriff so verwendet, wie ich es hier tue. Und ich mag ihn sehr.
Dies ist kein Fanboyartikel. Obwohl ich schon der Überzeugung bin, dass Sascha Lobo tatsächlich sehr viel dafür tut, dass Menschen, die nicht wie du und ich im Internet zu Hause sind, eine Chance haben, zu verstehen, wie unser Lebensstil ist und warum. Und ich ihm dafür sehr dankbar bin, zumal ich in sehr vielen Fällen mit ihm einer Meinung bin. Nicht nur beim Thema Blogs oder in der Frage, ob Apple Twitter kaufen wird. Und er sehr viel schlauer ist, als er tut.
Viel wichtiger aber als die Tatsache, dass Sascha vieles aus meiner Sicht richtig sieht, ist, dass er eben vor allem nach "draußen" spricht. Dass er eine Bühne hat in klassischen Medien und im TV. Und dass er einer ist, der diese Internetdinge durchdacht hat, lebt und trotzdem noch daneben ein Leben hat. Der mit den Leuten da draußen so reden kann, dass sie ein bisschen was verstehen. Im Grunde ist das wichtigste an ihm, dass er eben nicht bloggt. Sondern redet, hier übrigens die re:publica-Dings-Rede.
Ein großer Teil auch meiner Arbeit und meines Lebens findet so statt. Nicht im TV, aber in Runden mit Menschen, die Verantwortung für Unternehmen und Marken haben - aber nicht online leben. Höchstens teilweise online arbeiten oder einkaufen. Zu den großen Komplimenten, die ich mag und immer wieder bekomme, gehört der Satz von Gleichaltrigen, die fühlten sich nun richtig alt nach unserem Workshop, nach meinem Vortrag, nach der Diskussion.
Was ich erst lernen musste und was mir inzwischen mehr und mehr gelingt: Dass ich von meiner Heimat Internet und meinem Leben mit der "default public" Einstellung und meiner Haltung, die ich offen formuliere, so rede, dass sie anderen, die es anders machen und anders sehen, keine Angst macht. Dass ich erkläre, was sich hier verändert hat - und nicht, was sich verändern muss. Dass ich Leute dafür gewinne, sich ihren Blick auf diese Welt da nicht davon verstellen zu lassen, dass sie ihnen fremd und unheimlich ist und sie vieles an ihr für sich persönlich ablehnen.
Und ich denke, das ist es, was wirklich wichtig ist gerade jetzt. Dass wir raus gehen und mit unseren Nachbarinnen reden. Mit unseren alten Freundinnen, die diesen Weg (noch) nicht mitgegangen sind. Mit unseren Chefinnen. Mit unseren Kundinnen. Dass wir deutlich machen, dass es kein "richtig" oder "falsch" in den Fragen gibt, die uns (jetzt sage ich schon uns, seufz) umtreiben. Sondern dass es Wirklichkeiten gibt, die anders sind als das, was wir selbst tun.
Zwei Erlebnisse aus den letzten Wochen:
Ja, das geht. Oder ginge zumindest.
Grob gesagt vor allem deshalb, weil der Glaube, der seine Form in der Kirche findet, reden will. Und, immer noch grob gesagt, weil ein weltzugewandter Protestantismus (also seine Volkskirchenvariante) überall Gesprächsangebote machen will, wird und muss, wo Menschen zusammen kommen.
Etwas weniger grob, in etwas länger, habe ich mal meine Gedanken zu den Bausteinen und Beispielen, die ich mir für eine Social-Media-Strategie meiner Kirche und ihrer Schwesterkirchen in diesem Land vorstellen kann, aufgeschrieben und in die Diskussion gegeben.
(1) Jugendproteste und ACTA
Von „Erwachsenen“, die nicht intensiv in der Heimat Internet leben, weitgehend unbemerkt haben im Januar und Februar die Vorbereitungen für große, europaweite Proteste gegen das Abkommen „ACTA“ begonnen. Ohne ins Detail zu gehen (dazu gibt es im Internet sehr viel, Recherche lohnt), war die Sorge eine Zementierung und Kodifizierung eines Verwertungsrechts anstelle eines Schutzes von Urhebern. Medien und Unternehmen haben daraus gemacht, dass die jungen Protestler gegen das Urheberrecht und für eine Gratiskultur seien. Das erste Missverständnis.
Und sie haben die Mobilisierung nicht mitbekommen. Tausende Jugendliche wurden beispielsweise über YouTube mobilisiert. Von jungen Medienschaffenden, die auf YouTube Woche für Woche ein Millionenpublikum mit ihren Shows erreichen – und zu den Demos aufriefen. Viele Eltern hörten erstmals von dem Thema, als ihre Kinder sie Anfang Februar auf ACTA ansprachen.
(2) Privatsphäre und unsere Daten
Eine der größten Veränderungen, die das Social Web gebacht hat, ist eine neue Sensibilisierung breiter Schichten für ihre Daten und ihre Privatsphäre. Sehr zur Überraschung einiger älterer Multiplikatoren und Medienarbeiter allerdings anders als bisher. Persönliche Daten und die Privatsphäre sind durch Social Media zu einer von den Nutzern (und nicht mehr von Datenhändlern wie den Verlagen und Markenartiklern) nutzbaren Währung geworden. Wenn 80% der jungen Leute, wie eine Studie neulich herausfand, bewusst ihre Privatsphäreeinstellungen in Netzwerken wie Facebook vornimmt, dann ist das ein gutes Zeichen. Sie entscheiden selbst, was öffentlich und was privat ist. Auch wenn sie es oft anders entscheiden als die Generation davor. Privatsphäre und der Einsatz der Daten als Bezahlmittel – was sie immer schon waren – sind bewusster geworden. Und verändern sich, so wie sich Privatsphäre historisch immer geändert hat. Noch vor 300 Jahren war es normal, Sex in der Öffentlichkeit zu haben. Heute ist es normal, eine Onlinechronik öffentlich zu haben.
In dieser Umbruchzeit gibt es beides zugleich – und keines davon ist schlechter als das andere: die Idee, dass die Grundeinstellung „privat“ heißt und ich nur das, was öffentlich sein soll, laut sage. Und die Idee, dass die Grundeinstellung „öffentlich“ heißt und ich nur das, was bewusst privat sein soll, verberge.
Wie mache ich aus einer Null-Information einen reißerischen Angstartikel? Indem ich Formulierungen nutze, die Leserinnen interpretatorisch in die Irre führen. Aktuelles Beispiel von heute:
Jedes dritte europäische Kind geht leichtfertig mit seinen persönlichen Daten um und veröffentlicht den Namen der eigenen Schule im Internet, jedes achte Kind sogar die private Adresse oder Telefonnummer. Sascha Steuer auf "digital-lernen.de"Das heißt: 2/3 der Kinder (!) passen gut auf ihre Daten auf. Herr Steuer überschreibt den Artikel dann aber sogar:
Kinder veröffentlichen ihre Adressdaten im Internet ebendaUnd das, obwohl 87,5% aller Kinder in Europa laut seinem eigenen Text genau dieses nicht tun. Weil nämlich "jedes achte Kind" 12,5% entspricht. Und so viele oder so wenige tun das.
Deutschland unterscheidet sich von den meisten europäischen Ländern durch eine starke Nutzung des Sozialen Netzwerks SchülerVZ ebendaÄh, ja. OK, soooo aktuell kann die Studie nicht sein, oder zumindest nicht der Erhebungszeitpunkt der Daten dieser Studie.
Wir sind vier Generationen. Und meine Großeltern sind noch so fit mit ihren so gut wie jeweils 87 Jahren, dass es sogar die Chance auf fünf Generationen gibt.
Kaum einmal wird das so deutlich wie jetzt wieder zur Konfirmation. Mein Zweiter ist gestern "erwachsen" geworden, wie es bei uns traditionell heißt. Jetzt darf er hin und wieder mal Bier trinken und so. Sein Opa ist in diesem Alter, tatsächlich kurz nach seiner Konfirmation, zum ersten Mal eingefahren in die Grube, unten im Saarland. Dass er stattdessen noch vier Jahre Schule vor sich hat, ist ein Privileg, dessen er sich tatsächlich bewusst ist (auch weil die ersten aus seiner Klasse nach diesem Jahr die Schule mit oder ohne Abschluss verlassen werden).
Die Bilder mit ihren Urgroßeltern, mit meinen Großeltern, zeigen wie wenig anderes wie groß meine Großen sind und wie schön es ist, dass meine Großeltern noch da sind. Vor allem, wo ihre Tochter, meine Mutter, so früh weggedriftet und gestorben ist. Links mein Zweiter, gestern, recht mein Großer, vor zwei Jahren.
Blogs waren noch nie tot. Und sie erleben einen neuen Aufschwung. Genau jetzt. Allen Unkenrufen von Pseudoexperten zum Trotz. Und das, obwohl nach den Kriterien der reinen Leerehre ihre Bedeutung weiter abnimmt, weil sie sich weniger unter einander verlinken.* Was aber ein Quatschkriterium ist, dazu unten hinterm Sternchen.
Der von mir trotz seiner Frisur sehr geschätzte Sascha Lobo weist auf einen Aspekt, der mir auch wichtig ist, aktuell in seiner Kolumne hin:
...wer auf seine digitale Freiheit Wert legt, für den bleibt - solange freie Social Networks wie Diaspora noch irrelevant sind - nur das schönste, aber anstrengendste Instrument für die soziale Vernetzung und das Teilen von Inhalten übrig: die selbst kontrollierte Website, also das Blog. Sascha Lobo in seiner aktuellen SpOn-KolumneAber das ist es nicht allein. In der täglichen Praxis meines Teams (Digital Communications) bei achtung! merken wir, dass inzwischen nahezu alle Kundinnen auch "Bloggerrelations" haben wollen, wenn sie über "Medienrelations" sprechen. Das ist etwas, das wir im Laufe dieses Jahres (ja, dieses Jahres!) massiv ausgebaut haben, personell und inhaltlich. Weil die Kundinnen es wollen. Nicht allein, weil wir es geil fänden.
Norddeutsche Hengstparade ist irgendwie meistens "zu Hause" auf Vindholar, wo wir unsere Pferde stehen haben. Also auch der einfachste Weg, wie Secundus ausprobieren kann - so ganz am Anfang der Saison -, was mit unseren Tieren denkbar ist. Er hat ja eine Fünfgängerin (Gjosta fra Mula), mit der er immer wieder am Pass rumprobiert, und ich eine vom Ausbildungstand noch mehr als vom Alter her recht junge Stute mit ziemlich guten Anlagen, die wir noch viergängig reiten (Vordís vom Schlossberg). Vordís haben wir zum allerersten Mal in ein Turnier gebracht, was immer sehr aufregend für so Tiere ist: Publikum, Musik, andere Pferde in der Bahn, die man nicht so einfach überholen darf und so.
Gjosta hat immer noch etwas Probleme mit den vorderen Huffesselbeugen, da müssen wir uns noch mal was audenken. Fünfgang lief nicht so gut, aber die Passprüfung (nicht das Rennen, da hat er dieses Mal noch nicht teilgenommen) war ok, alle Noten in der Wertung, also gelegt und gepasst, eher auf Sicherheit. Hier der zweite Durchgang:
Und Vordís konnte das wirklich noch nicht so dolle mit dem Lärm, den Menschen und der Aufregung. Ein Anfang immerhin. Die Viergangprüfung war eigentlich richtig gut - wenn sie im Schritt nicht unbedingt ein anderes Pferd hätte überholen wollen, das gab dicke Punktabzüge. Und bei der Töltprüfung war sie so aufgeregt, dass sie immer wieder in den Galopp fiel. Wobei Secundus das sehr klasse gemacht hat, sie dann auch immer wieder zurück zu holen (und vor allem zu verhindern, dass die anderen Pferde in der Bahn angesteckt wurden). Aber teilweise sah es gut aus, im Tölt hatte sie auch bei der Viergangprüfung sehr gute Noten:
Ich glaube ja, dass wir mit Vordís noch viel Freude im Sport haben werden, zumal sie auch Anlagen zum Pass zeigt. Und wenn Secundus sich mit Gjosta auf Rennpass konzentriert, also vielleicht mal Passrennen (da starten zwei gegeneinander über 150m) und Speedpass (da läuft jedes Pferd für sich allein gegen die Uhr auf 100m) testet, wird das was.
Ein paar nette Fotos sind auch rausgekommen, von meinem Kind und meinem Pferd:
Ich mag Johnny Haeusler sehr und schätze ihn nicht nur online sondern auch als nachdenklichen und sehr auf der Erde gebliebenen Gesprächspartner (und einen der "digitalen Väter", mit denen ich mich am liebsten austausche, weshalb ich mich auf Tanjas und sein Buch sehr freue).
Und besser als alle anderen hat er nun den endgültigen Text zur Debatte um das Urheberrecht geschrieben, nach dem wir vielleicht mal anfangen können, über Inhalte anstatt über die Debatte zu sprechen. Außer dass ich keine Musik mache, trifft jeder Satz auf mich zu, teile ich seine Erfahrungen und seine Einschätzung so komplett, dass ich am liebsten nicht nur diesen Absatz zitieren sondern den Text komplett übernehmen würde:
Ich schüttle selbst oft genug den Kopf ob einiger Aussagen der Piratenpartei und teile viele der von dort wiedergegebenen Statements zum Thema genau: gar nicht. Doch selten war ich so erschüttert von der Qualität angeblicher Journalismus-Profis, wie in diesen Zeiten der Debatten ums Urheberrecht. (Ich heb dann mal ur | Spreeblick)Aber noch lieber schicke ich euch einmal rüber zu seinem Text. Alle, die nicht sicher sind, ob die Verwerterinnen und einige der Urheberinnen, die sich in letzter Zeit kritisch zur Kritik am bestehenden Urheber- und Verwertungsrecht geäußert haben, nicht doch Recht haben, bitte ich, diesen Text einmal zu lesen. Sehr gerne möchte ich mit euch diskutieren. Mein Eindruck wäre, dass das Niveau mit Johnnys Text etwas angehoben werden könnte.
Zwei gute und sehr unterschiedliche Beiträge zum Thema Instagram stammen von Björn Eichstädt und Nico Lumma. Ja, wenn man selbst immer Recht hat, so wie ich, ist die "ich hatte Recht"-Attitüde von Björn anstrengend (zumal ich ihm nicht zu 100% zustimme). Und ja, wenn man wie Nico im Bingo-Business ist, ist Bingo teil des Spiels. Aber sie haben beide Recht. So prinzipisch. Und das liegt daran, wie viel Freude Instagram macht.
Es ist ein Skandal! In den letzten Jahren hat sich eine Umsonstkultur im deutschen TV und in deutschen Printmedien breit gemacht, die inzwischen sogar die Kultur und die Demokratie in diesem Land gefährdet.
Zwei sehr unterschiedliche Beiträge zu Piraten und vorher schon bestehenden Parteien haben mich nachdenklich gemacht. Und mir geholfen, einen Punkt noch einmal besser zu verstehen, der mich an den Piraten fasziniert und an meiner Partei befremdet und an den Ex-Volksparteien völlig vorbei zu gehen scheint: Die unterschiedlichen Vorstellungen, was unter Transparenz zu verstehen sei und wie ein politischer Prozess aussehen sollte.
Transparenz und Informationsfreiheit sind so verstanden ein Mittel, um politische Entscheidungen besser nachvollziehen zu können und Bürger und Bürgerinnen zur Partizipation zu befähigen. Sie sind kein Allheilmittel oder gar ein Selbstzweck zur Bewertung politischer Vorgänge. Alles nur Polemik | Bjoern-Boehning.deJa, es wäre schon mal ein Schritt nach vorne (zu dem die SPD, auch und gerade in Berlin, auch noch getragen werden muss), wenn immerhin Entscheidungen nachvollziehbar wären. Aber bereits den Entscheidungsprozess transparent zu machen, ist etwas anderes. Wie es meine Hamburger Parteifreundin und Kollegin Nina Galla neulich (auch sehr, sehr lesenswert) schrob:
Weiterhin bedeutet die von den Großen meist missverstandene „Transparenz“ nicht, Dokumente und Protokolle der Vergangenheit online zu stellen, sondern die Menschen schon während des Prozesses der Entscheidungsfindung einzubeziehen, mindestens aber, ihnen vorab mitzuteilen, dass es Überlegungen gibt, eine Entscheidung zu treffen. Nur so hat der politisch interessierte Mensch überhaupt die Chance, sich einzubringen und zu partizipieren. Danke, Piraten! - Nina GallaIn eine ähnliche Richtung habe ich vor rund einem Jahr, als wir in Hamburg die Wahlniederlage bei der Bürgerschaftswahl "aufarbeiteten", schon mal geschrieben und gedacht, was ich im Rückblick ganz spannend finde. Politik als Prozess verstehen hatte ich damals überschrieben. Und ironischerweise klingt es, heute wiedergelesen, beinahe wie eine Antwort auf Piratenerfolge, die es damals noch nicht gab (und es gehört in meine Volkspartei-Überlegungen hinein).
Fast schon Tradition ist unser Saisonauftakt - der Geburtstagsritt einmal quer durch das große Natuschutzgebiet bei uns um die Ecke mit einer Pause in unserem Garten. Dieses Jahr waren es zwölf Pferde, mehr als je zuvor, die dann durch unsere Straße zogen und in vier Paddocks im Garten untergebracht waren. Ausbeute ist, dass wir einmal Rasenmähen sparen und einiges an Rosendünger dabehalten haben. Und die Verwüstung hält sich in Grenzen.
Und weil der eine oder die andere immer mal wieder mehr oder wenige - äh - interessante Bemerkungen über die Größe unsere wunderbaren Riesenteddypferdedings sagt, hier mal der Beweis, dass ich nicht mitlaufen kann, wenn ich draufsitze. Ha...
Und überhaupt liegt das ja nur daran, dass ich so groß bin.
Aber im Ernst: Das tolle an diesen kleinen Pferden (und meines ist für ein Islandpferd sehr groß) ist, dass sie so unerschrocken und verlässlich sind. Wir haben immer unseren Spaß, wenn wir mittelguten Reiterinnen mit ihren nervösen Großpferden im Gelände begegnen.
Bei den Grünen gibt es (nicht nur intern) Diskussionen, wer die Partei in den Bundestagswahlkampf anführen soll. Und auch wenn das die meisten, die mich kennen, überraschen wird: Ich denke, das sollten Claudia Roth und Jürgen Trittin sein. Dringend. Am liebsten mit Renate Künast, aber sonst auch gerne ohne sie.
Und dann ist hier noch der völlig unkorrekte aber großartige Kurzfilm, den mein Freund Marco vor rund 20 Jahren gedreht und nun endlich ins Internetz gestellt hat. Und den ich euch nicht vorenthalten will, weil er (erwähnte ich das?) großartig ist.
Jede hat ihren blinden Fleck. Etwas, das, gegen alle vermeintliche Vernunft, den Kragen platzen lässt und wo, wie meine Frau es formulieren würde, Toleranz eben mit z endet. Bei mir sind es drei Kleinigkeiten, über die ich schwer bis nicht hinwegsehen kann: falsche Kommata, der falsche Gebrauch von Fremdwörtern - und das Lispeln.
Wer immer bereits Social Media in sein Unternehmen eingeführt haben sollte, muss jetzt sehr genau gucken, ob das auch richtig so war. Den das Deutsche Institut für Normung, allseits bekannt für seine Industrie- und Dingsnormen wie DIN A4 oder DIN C6 oder so, hat eine Spezifikation vorgelegt, die sich jede dringend für 48,10 EUR kaufen sollte. Endlich wird darin festgelegt, wie Social Media bombensicher gelingt und optimal und bürokratinnensicher (und Bürokratinnen gibt es in jedem Unternehmen, das ich bisher kennen lernen durfte) eingeführt werden kann. Da heißt es unter anderem (und das zitiere ich zur Sicherheit wörtlich) -
Damit ist nun alles klar für alle und für alle Zeit. Hoffentlich. Und Pech für alle, die es möglicherweise anders gemacht haben. Also vor allem die 66%, die noch keine durch DIN normierte oder spezifizierte Strategie haben. Oh-oh. Wenn das man keinen Ärger gibt. Fliegen sie jetzt aus den IHKn? Oder werden vom ULD abgemahnt?In sieben Schritten ins Web 2.0Die sieben Phasen der Web 2.0-Einführung beschreibt die DIN SPEC 91253 wie folgt:1. Sensibilisierung2. Analyse3. Strategieentwicklung4. Konzeption5. Implementierung6. Nutzung7. Controlling
In vielen Kommentaren und Gesprächen in der letzten Zeit hörte ich, die Grünen seien so alt und so etabliert geworden. Und würden den Anschluss an junge Leute verlieren, das Lebensgefühl einer anderen Generation widerspiegeln.
Dazu habe ich zwei Kommentare (tl;dr)
- Na und?
- Stimmt nicht.
Aber im Ernst:
Ja, die Grünen haben - anders als vor 20 Jahren - keinen Alleinvertretungsanspruch der jungen Generation (oder zumindest ihres nicht völlig vergreisten Teils) mehr. Wer viel mit Jugendlichen zu tun hat, die sich für Politik mindestens am Rande interessieren (da bin ich in der glücklichen Lage, dies sogar zu Hause zu haben und in den Freundschaften, die meine Jugendlichen pflegen), sieht schon, dass die Piraten einen Teil der Jugendlichen emotional und vom Lebensgefühl abholen - und die Grünen einen anderen. Und dass viele dazwischen schwanken: Lebensgefühl Piraten, Politik grün, salopp formuliert.
Meine (zugegebenermaßen privatempirische) Beobachtung ist darüber hinaus, dass Jugendliche, die sich politisch von ihren Eltern massiv abgrenzen (wollen oder müssen), eher zu den Piraten neigen - und solche, denen die Abgrenzung nicht so wichtig ist, eher in Richtung grün tendieren. Was ich auch recht spannend finde. Und was mich zur wesentlichen These dieses Eintrags führt. Also zu der Überschrift.
Ja, die Grünen sind alt und unmodern und etabliert und irgendwie Mainstream (was für viele, die sich für rebellisch halten, alles das selbe ist). Und nein, das stört nicht. Im Gegenteil.
Der gängige Vorwurf, die Grünen seien so verdammt bürgerlich - und zwar sowohl in Haltungs- als auch in Lebensumständefragen - geht ja genau am Kern vorbei. Ist für jemanden wie mich, der in materialistischer Analyse geschult wurde, sogar logisch und nicht als Vorwurf zu verstehen. Denn der eigentliche "Markenkern" (wie ich dieses Wort im politischen Bereich hasse, aber dazu ein anderes Mal mehr) grüns ist ja nur schwer kompatibel mit anderen Schichten als einer bourgeoisen. Wie schon Brecht erkannte. Und ebenso logisch ist doch, dass eine Partei, die aus einem studentischen Milieu stammt, 30 Jahre später mehr Gutverdienende hat als andere Parteien.
Insofern sind die Grünen heute lebensweltlich in einem konservativen Bereich angekommen. Sie hecheln nicht jeder neuen Entwicklung und Idee hinterher (auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle eine höhere Geschwindigkeit wünschte). Das Spannende daran ist aus meiner Sicht, dass eine konservative Sicht auf die Welt nicht zwingend zu einer konservativen politischen Haltung führt. Dass sogar die bisherigen Experimente, die beiden konservativen Lebenswelten in einer Koalition zusammen zu bringen, so grandios gescheitert sind. Dass also ähnliche Lebenswelten am Ende doch nicht ausreichen, um gemeinsam Politik zu machen.
Witzigerweise habe ich ja damals im Oktober 2010 bereits über dieses Thema geschrieben. Und als ich es eben noch mal las, staunte ich beinahe, wie ähnlich meine Gedanken damals waren zu dem, was ich aktuell wieder denke.
Im bürgerlichen Teil, im konservativen, alten Teil der Bevölkerung haben die Grünen ihre (Macht-) Basis. Von hier aus machen sie Angebote, die idealerweise ausstrahlen. Aber genau das funktioniert im Grunde. Ein Lebensgefühl der Vorsicht und der Rücksicht teilen viele Konservative. Daraus ein politisches Programm zu entwickeln, das nicht rechts ist, haben - in Deutschland - bisher nur die Grünen geschafft.
Was die angebliche Ähnlichkeit der Piraten mit den Grünen angeht: lebensweltlich kommen die kaum zusammen. Ja, auch ich kenne einige Piraten, die überlegt hatten, grün zu werden statt Pirat. Aber dass sie es nicht wurden (sondern Pirat) hängt - so meine Beobachtung - eben nicht so sehr mit den Inhalten als mit dem Lebensgefühl zusammen, das wir jeweils ausstrahlen und repräsentieren. Das beginnt bei den Instrumenten der politischen Partizipation (Quote beispielsweise) und endet nicht bei den Stadtvierteln, in denen wir jeweils leben. Und während damals in den 80ern die SDAJ bei uns in den Walddörfern eine Rolle spielte an den Schulen (und an der Schule Ole von Beusts ein Jahrzehnt lang die Schulsprecherinnen stellte), finden die Piraten (bisher) nicht statt. Anders als in städtischeren Teilen von Hamburg beispielsweise.
In den 80ern war ich in der SPD. Und die Sprüche damals gegen die Grünen ("Fleisch vom Fleische") ähneln erschreckend denen, die heute bei den Grünen über Piraten zu hören sind. Und gemeinsam ist beiden Diskursen das Unverständnis für das jeweilige Lebensgefühl der "neuen". Dass es eben nicht um Inhalte geht. Sondern um die Haltung. Und den Stil.
Was heißt das?
Dass die Grünen alt werden oder schon sind. Dass es junge Leute gibt, die sie dennoch gut finden. Dass das eher junge Leute sind, die keine Rebellinnen sind. Die vielleicht vor 30 Jahren in der Jungen Union gewesen wären, wer weiß (und Emos natürlich - sozusagen die konservative, brave Variante dessen, was mal Punk war - klar, des Weltschmerzes wegen, den sie mit den Alt-Grünen und Kirchen-Grünen teilen).
Und dass die Piraten stabil eine (Macht-) Basis bei Menschen gefunden haben, die ein anderes Lebensgefühl teilen. Selbst wenn sie zu ähnlichen politischen Schlüssen kommen sollten wie viele Grüne.
Und dass die Piraten mindestens mittelfristig helfen werden, die strukturelle Mehrheit links von der CDU politisch zu festigen. Wenn Grüne (und SPD übrigens) nicht den gleichen Fehler machen wie die SPD in den 80ern. Die interessante Nachricht wäre ja: aus drei sehr, sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen und Haltungen, Lebenswelten und Stilen lässt sich eine Schnittmenge bilden, die genug hergibt, um zu regieren.
Wenn ich Gäule sehen will, gehe ich in den Zoo, twitterte jemand. Und das Tolle war: Die Frau hat mir ihren zweiten Tweet ever gewidmet. Es hat also funktioniert. Anfang der Woche war ich bei den Digital Days 2012 der "Horizont" in der Trendzone mit einem Vortrag zum Privacy Divide. Und anstatt einfach Symbolbilder zum Vortrag zu zeigen, habe ich einmal Powerpointdadaismus praktiziert, um die Konditionierung von Auditorien auszutesten - und ob dieses konkrete Auditorium in der Lage ist, einem Vortrag zu folgen trotz Powerpoint.
Aber weil die Folien nicht selbsterklärend sind, habe ich dann mal einen so genannten screencast bei Slideshare gemacht - und das Manuskript, das es auch online zu lesen gibt, eingesprochen. Hier:
Da habe ich nun mal etwas abgewartet und mir erstmal die Seiten von Kundinnen und anderen mit der neuen Chronik angeguckt, bevor ich was dazu sage. Und auch nach ein paar Tagen intensivem Test bin ich bei einigen Dingen noch hin- und hergerissen. Darum nur erste kleine Gedanken:
(1) Facebook wird Brandbook?
Nein. Nicht wirklich. Zwar werden die Einträge der Nutzerinnen aus der Pinnwand raussortiert. Aber: in den meisten anderen Sprachmärkten ist es so, wie auch auf immer mehr deutschen Seiten, dass ohnehin die Beiträge der Besucherinnen erst nach einem Klick auf "alle Beiträge" sichtbar werden. Insofern werden die durch die Chronik faktisch sogar besser auffindbar.
(2) Apps sind am Ende?
Im Gegenteil. Auch wenn Facebook zunächst so klingt, als würde es das so sehen, werden drei (!) Apps pro Seite prominenter als bisher sein und durch ein großes Teaserbild auch attraktiver. Was allerdings nichts daran ändert, dass 90% der Interaktion im Newsstream der Nutzerinnen stattfinden. Also jetzt bereits.
(3) Stärkerer Fokus auf der Kontakten der Fans
Eine Verbesserung sowohl für die Marken als auch für die Privatpersonen ist aus meiner Sicht der starke Fokus auf "meine Freunde" auf Seiten von Marken, die ich aufrufe. Sofort und "überm Bruch", also vor dem Scrollen, sehe ich, wie viele meiner (!) Kontakte die Seite gut finden. Und ein (offenbar wechselnder) Beitrag eines Kontaktes wird mir angezeigt. So wird die mögliche soziale Relevanz der Seite auf einen Blick deutlich.
(4) Facebook wird mich zuspammen mit Werbung?
Noch wissen wir nicht, was die Reichweitensteigerung von 16% auf 75% meint. Denn wir können es noch nicht ausprobieren in Europa. Wenn wir Kommunikatorinnen damit aber unsere Nutzerinnen nerven, ent-folgen sie uns schneller, als wir gucken können. Die Echtzeitstatistiken, die Facebook uns versprochen hat, werden uns helfen, das schnell festzustellen. Im Idealfall werden wir als Seiten also besser und relevanter, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.
Noch wissen wir über zu viel zu wenig. Vor allem zu wenig aus der Praxis. Aber es spricht alles dafür, dass die Chronik dann gut für beide Seiten sein wird, wenn wir Seitenbetreiberinnen es behutsam, mutig und sinnvoll zu nutzen verstehen, was Facebook uns hier an die Hand gibt. Die ersten Schritte, die mein Team und unsere Kundinnen gegangen sind, finde ich bisher eher ermutigend.
Ich bin ein großer Fan von Keith Loutit, einem, wenn nicht dem, der Pioniere der Tilt-Shift-Ästhetik, die reale Szenen in eine Art Miniatur Wunderland verwandelt. Mal etwas kurz gesprungen und fast falsch, in jedem Fall aber allzu holzschnittartig erklärt. Dass diese Ästhetik über so was wie Instagram für alle Amateure zugänglich ist, macht es noch faszinierender.
Über Facebook (und leider ohne wiederzufinden, über wen) stolperte ich über ein ganz großartiges aktuelles Projekt von Loutit. Zurücklehnen und die knapp sechs Minuten genießen.
Damals, als ich noch zur Grundschule ging, wusste jeder bei uns, dass Rüdiger Nehberg, wenn man Glück hat, in seiner Backstube steht, oder wie auch immer der Raum heißt, in dem Konditoren arbeiten. Schon deshalb gingen wir da hin, auch wenn es mit dem Rad etwas weiter war als meine Eltern mir erlaubten (aber immerhin nicht ganz so weit wie das Freibad, in das wir auch ein paar Mal fuhren, allein, mit dem Rad, wenn ich da heute drüber nachdenke und mir vorstelle, meine beiden Kleinen würden allein so weit ins Freibad... Aber das ist ein anderes Thema). Kam ich gestern Abend drauf, als mein bester Freund meinte, dass die Malagatorte von Nehberg immer noch seine Lieblingstorte sei und die seines Mannes. Und dass die dafür auch durch die halbe Stadt führen, glücklicherweise liege Nehberg ja direkt an der U-Bahn Wandsbek-Gartenstadt (gell, @svensonsan?).
Und dabei fragte ich mich, was eigentlich aus all den tollen Konditoreien geworden ist. Boysen im Hofweg scheint es noch zu geben (weltbeste Eierlikörtorte). Aber Rehbock, der einmal Hamburgs kleinste Konditorei in der Berner Straße betrieb und seinen legendären Stollen tatsächlich mit der Hand knetete, oder Iwohn in der Eulenkrugstraße in Volksdorf, dessen Eierschecken nie wieder irgendwer erreichte? Dass die irgendwann aufhören, klar. Herr Rehbock war schon alt, als ich erstmals seinen Laden betrat vor ungefähr 30 Jahren. Und Herr Iwohn ebenso.
Aber wieso geben die eigentlich ihre Rezepte nicht weiter? Und wieso gibt es bei uns da draußen keine gute Konditorei mehr sondern nur si 08/15-Zeugs oder Jacobs? Für Stachelbeertörtchen und Stollen habe ich irgendwann Ersatz gefunden, der beinahe mithalten kann (aber eben nur beinahe). Aber die Eierschecke? Nie. Ganz, ganz selten gibt es mal Bäckereien oder Konditoreien, die welche im Angebot haben. Immer probiere ich das aus. Und nie esse ich es auch nur bis zum Ende des ersten Stücks.
Ich glaube, Iwohn weiß gar nicht, was er nicht nur mir sondern auch allen anderen, die ich kenne, die seine Eierschecke kannten, angetan hat.
Wenn deine Kinder sich auf den Hund freuen und ihn am Sonnabend besuchen gehen.
Wenn dein Kind nach zwei Wochen Lungenentzündung wieder zu Schule gehen kann.
Wenn ein Mensch, der dir wichtig ist, von der Intensivstation kommt. Auch wenn er noch lange nicht außer Gefahr ist. Und wenn jemand da ist für die, die Angst haben.
Wenn jemand, die du schätzt, rechtzeitig die Notbremse zieht, bevor sie aus der Bahn fliegt.
schräg, wie das fast 100% das gleiche ist, was ich seit Monaten blogge und rede...
Wunderbarer poetischer Text über die Schönheit der Timeline und der Menschen, denen ich folge.
»Das Internet wächst und wächst, doch die Branchen, die an urheberrechtsgeschützten Werken verdienen, gehen nicht unter. Ebenso wenig wie der Straßenverkehr zusammenbricht, obwohl täglich Zehntausende Menschen bei Rot über die Ampel gehen oder mit dem Auto zu schnell fahren.«
Erstaunlich seriöse Analyse der Urheber-Krachmacher bei SpOn.
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»Was ich sagen will: oppositionelle Bewegungen, die sich für die Emanzipation Benachteiligter und Unterdrückter einsetzen sind einfach nicht dafür zuständig, sich um das Wohlergehen Aller zu kümmern. Diese Forderung zu stellen ist einfach nur Opposition gegen die Opposition und damit einfach konservativ.«
Nehmt das, ihr Anti-Feministen, die ihr euch auch noch für nicht-konservativ haltet.
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»mir ist es schnurzpiepsegal, ob es spiegel.de (online) gibt oder nicht, ob er was kostet oder werbefinanziert ist — den spiegel (print) kauf ich oder abonier ich mir nicht, weil ich ihn für ein tendenziöses, arrogantes käseblatt halte, das meinem medien-menü nichts mir relevantes hinzufügen kann.«
Derr Felix Wirres über den Spiegel und den angeblichen Machtkampf. Und Recht hat er.
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»die Eltern, die dazu neigen, ihre Kinder mit dem Auto bis in den Kindergarten oder die Schule hinein zu fahren, sie nicht auf die Straße lassen, beim Fußballtraining dabei sind, sie in Watte packen und zu Unselbstständigkeit erziehen, sich so sehr mit ihnen identifizieren, dass die Hausaufgaben ihrer Kinder ihre eigenen werden, alles Böse von ihren Kindern fenhalten wollen – die brauchen natürlich auch im bösen Internet die volle Kontrolle oder zumindest ein Regelhandbuch. Kinder werden groß, wollen ihr eigenes Leben führen. Dazu gehört auch, dass sie ihre Sexualität selbst entdeck[…]«
Obwohl er mehr als vernünftig mit dem Thema umgeht, geht ihn @ciffi massiv an.
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»Eine Debatte, in der es klare Fronten gibt. Im Folgenden daher eine Zusammenstellung der wichtigsten Thesen und Protagonisten, geordnet nach Fraktionen.«
Guter und sachlicher Erst-Einstiegs-Artikel auf @zeitonline zur Urheberrechtsdebatte.
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»Das ist die Kälte dieser Generation, für die Schröder steht. Es sind Leute, die im Sozialkundeunterricht alles über die Mechanismen der Unterdrückung gelernt haben und jetzt die Bücher wegpacken und mit der Unterdrückung einfach fortfahren. Diese Generation weiß um die Benachteiligung der sozial Schwachen - aber sie ignoriert sie. Sie leugnet nicht die Hürden, denen sich Migranten gegenüber sehen, aber sie kümmert sich einfach nicht um sie. Sie weiß um die Ungerechtigkeiten, die Frauen in der Gesellschaft erleiden - beim Gehalt, bei der Karriere, bei der doppelten Belastung durch A[…]«
Warum @schroeder_k nicht nur gefährlich sondern reaktionär ist, kann sogar ein Mann erkennen.
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»Vor einiger Zeit erbroch sich samstagmorgens in unsere Küche der Wutanfall einer Radiojournalistin des WDR. Zornig zeterte sie über Wildfremde, die da einfach so ins Internet schrüben. Narzistische Vollhorste allesamt, die glaubten, die Welt interessiere sich dafür, dass man gerade Kaffee trinke oder Liebeskummer habe! Da mache sie nicht mit, ihre eigene „Gedankenkotze“ wolle sie nicht im Internet abladen. Wieso mein Radio dafür ein besserer Ort dafür sein soll, ließ sie offen.«
Was für ein poetischer Text über die Schönheit der Timeline. Oder wie immer du so was nennen willst.
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»Die Grünen haben ihre Erfolgssträhne einfach ausgesessen. Sie genossen ihren ungeahnten Stimmungserfolg, während sie zugleich stagnierten. Aus der Perspektive der Bundespartei wirkte es manchmal, als vollziehe sich das grüne Regierungsexperiment in Baden-Württemberg auf exterritorialem Gelände, als sei es etwas, womit der Rest der Partei wenig zu tun hat. Mit Winfried Kretschmann schmücken sich die Grünen, verändern darf der erste grüne Ministerpräsident seine Partei nicht. In dem Augenblick, in dem die Gesellschaft bereit schien, den Grünen mehr Verantwortung anzuvertrauen, zuckte[…]«
Gute und richtige Analyse der Grünen. Und angesichts der Tatsache, wie ich im Landesverband verlacht wurde, als ich genau diese Fragen diskutieren und strategisch bearbeiten wollte, könnte ich heulen.
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»Der Titel, der sich auf “Mein Bauch gehört mir” bezieht, ist ein ekelergegendes Spiel, mit dem die Not und die ethischen Konflikte von Frauen vor einer Abtreibung ins Lächerliche gezogen werden. Ich möchte gar nicht weiter auf diesen menschenverachtenden Zynismus eingehen, aber er spricht Bände über den verkommenen Seelenzustand der Verfasser dieses Textes.«
Harte Worte, sehr wahr. Der eklige Zynismus des @Handelsblatt Titels und seiner Protagonisten.
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»Das Desaster dieses Gedichts ist in Wahrheit ein poetisches und in dessen Folge erst ein politisches. Denn wäre das Gedicht ein Gedicht, könnte es nicht auf bloße Aussagen hin abgeklopft werden, nicht als Addition richtiger oder falscher Behauptungen gelesen werden. Dichtung löst in ihren gelungenen Momenten aus Denkmustern und eingeschliffener Logik und öffnet eine Dimension poetischer Einsicht. Es geht aber nicht allein um den Hinweis, dass das Gedicht keinen poetischen Gehalt hat und damit, gleich was es inhaltlich transportiert, ohne Substanz ist. Mir scheint […]«
Auch jenseits der Senilität und nur in der Kategorie der Poesie ist Grass' Text eine Katastrophe.
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»Gern hätte er, dass jetzt die Debatte entsteht, ob man als Deutscher Israel denn kritisieren dürfe. Die Debatte aber müsste darum geführt werden, ob es gerechtfertigt ist, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit ein fünfundachtzigjähriger Mann seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann.«
Frank Schirrmacher hat völlig Recht mit seiner harten und wahren Kritik an einem hoffentlich nur altersdementen Dichter.
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»Weiterhin bedeutet die von den Großen meist missverstandene „Transparenz“ nicht, Dokumente und Protokolle der Vergangenheit online zu stellen, sondern die Menschen schon während des Prozesses der Entscheidungsfindung einzubeziehen, mindestens aber, ihnen vorab mitzuteilen, dass es Überlegungen gibt, eine Entscheidung zu treffen. Nur so hat der politisch interessierte Mensch überhaupt die Chance, sich einzubringen und zu partizipieren.«
Sehr guter, ruhiger Beitrag von @neinahh zur Grüne-Piraten-Dings.
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»Die Piraten nehmen allen Parteien Stimmen weg, besonders den Parteien des linken Spektrums. Und sie aktivieren Nichtwähler, was auf jeden Fall ein Verdienst ist, Menschen, die mit dem Wählen schon abgeschlossen hatten. Und sie werden sie weiter wählen, unabhängig davon, wieviele Piraten sich noch in Talkshows zu ihrer Ahnungslosigkeit bekennen. Den Boden für eine Partei der sympathischen Ahnungslosigkeit haben die etablierten Parteien seit Jahren bereitet.«
Michael Sprengs "Lösung" ist naiv und absurd - seine Analyse ist richtig.
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»Ich kann vom Schreiben leben, bin aber auch kein Künstler. Und ich habe auch nichts gegen Milliardäre. Ich wünschte, einige meiner Freunde wären welche.«
Malte Welding stellt in der hysterischen Diskussion der Tatorter und Regeners die richtigen Fragen.
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»Er blickt zudem auf eine rund 15-jährige Erfahrung als Bundespressesprecher für unterschiedliche Institutionen und Verbände zurück. Unter anderem arbeitete er als stellvertretender Sprecher der CDU Deutschland und ihrer Vorsitzenden Angela Merkel sowie als Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Hessischen Sozialministerium. Bei FRIEDSAM & GEMEIN verantwortet er die Bereiche strategische Beratung, PR, Konzeption und Kreation, Regierungskommunikation und Sozialmarketing.«
Strategie, Kreation, Regierungskommunikation - so stellt fj Gemein sich das also vor.
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